Ist die Angst, etwas zu verlieren, das man eigentlich gar nicht braucht, größer als die Hoffnung, etwas zu gewinnen, das allen hilft? Die einen nennen es Marktfreiheit oder Amtstreue, andere sprechen von Koppel-Apartheid oder Dressurdünkel. Im Grenzlandgrünschnitt Nr. 255 geht es um die Rente…
Wer soll die Gesellschaft komplett umgestalten und renovieren? Das fragte Ewald Lienen vor einigen Wochen. Was ist mit den Moosen? Wäre es hilfreich, die Bryologistik schubzuverankern? Mehr dazu im 254. Grenzlandgrünschnitt

Geschäftsordnungen: Was oft wie trockenes Verwaltungsrecht aussieht, funktioniert im Spannungsfeld zwischen Politik und Verwaltung als Betriebssystem der Macht. Denn die Architektur bürokratischer Abläufe kann bereits vor jeder Debatte politische Prioritäten verankern.
So betrachtet passt die neue Geschäftsordnung nicht wirklich zu den komplexen Aufgaben eines Regionalrats - gerade in diesen unsicheren Zeiten. Die Geschäftsordnung weckt eher die Befürchtung, dass der Regionalrat in seinen Möglichkeiten zugunsten parteipolitscher Erwägungen eingeschränkt werden soll…
https://www.grenzlandgruen.de/Regionalrat
Die Macht des Systems kommt nicht aus seiner Wahrheit, sondern aus der Bereitschaft aller, so zu tun, als wäre es wahr. Wenn auch nur eine Person aufhört, mitzuspielen, beginnt die Illusion zu bröckeln“. Das sagte der kanadische Premiermister auf dem WEF in Davos. Er empfahl, sich gemeinsam an den Tisch zu setzen, um nicht auf der Speisekarte zu stehen. Jeder versucht größer zu wirken als er ist. [Mehr lesen…]
Bereits am 10. Januar 2026 hatte ein Prozent der Menschheit sein jährliches CO2 – Budget verbraucht. Noch am selben Tag riet ein Krake, die Betroffenen mögen doch bitte ihre Überflussstarre octopadieren… Mehr dazu im „Grenzlandgrünschnitt Nr. 252“
Jahresspiralblick, Mikrowürde und Reglosglück - Das waren die Überschriften der “Grenzlandgrünschnitte” am 27. Dezember 2025 sowie am 3. und 10. Januar 2026…
Manchmal sagt eine Zahl mehr als ein ganzes Gutachten. Laut einer neuen Analyse von Oxfam haben die reichsten 1 % der Weltbevölkerung ihr jährliches CO₂-Budget – die Menge an CO₂, die sie ausstoßen dürfen, ohne die Erderwärmung um mehr als 1,5 Grad zu überschreiten – bereits am 10. Januar aufgebraucht. Die reichsten 0,1 % hatten ihr Limit sogar schon am 3. Januar erreicht. [Mehr lesen…]
»Es greift die Erkenntnis um sich, dass alle Ressourcen, von deren Begrenztheit seit 50 Jahren die Rede war, sich letztlich eine Grundlage teilen: den Boden. Nur wenn dieser sich regenerieren kann, können das auch alle anderen. […] Gut möglich, dass es nun verstärkt um Trauerarbeit geht: um den Abschied von den Fantasien einer unberührten Natur genauso wie von den Fantasien menschlicher Gestaltungsmacht und unbegrenzten Wachstums. […] Dann träten wir wirklich in ein neues Zeitalter ein, auf das uns niemand vorbereitet hat. Das Einzige, was uns dann helfen kann, die Füße auf dem Boden zu halten, ist eine Verwurzelung mit unseren Nächsten und eine Verpflichtung auf das Wohlergehen aller Lebewesen, im Notfall unter Absehung von uns selbst.«
Kolja Reichert: Wie man mit beiden Füßen auf den Boden kommt. 2025 - Bild: Jürgen auf pixabay
»Die NATO und Russland nähern sich einem direkten Konflikt. Der Kreml hat die NATO als im Krieg mit Russland bezeichnet, obwohl keine der beiden Seiten offiziell den Krieg erklärt hat.«
Putin-Knall am Montag erwartet: ‚Große Probleme‘ – Trump warnt vor NATO-Russland-Eskalation. Fuldaer Zeitung vom 4. November 2025
»In einer dramatischen Rede hat Nato-Generalsekretär Mark Rutte davor gewarnt, dass sich die Konfrontation mit Russland zu einem dritten Weltkrieg ausweiten könnte. „Wir sind Russlands nächstes Ziel“, sagte der Niederländer auf einer Veranstaltung der Münchner Sicherheitskonferenz in Berlin. [Mehr lesen…]
Die Europaflagge wird 70. Sie steht ebenso für nicht-nachhaltige Entgrenzungen wie für eine sündenfreie Vollkommenheit, für institutionelle Asymmetrien, für neoliberale Deregulierung, für das Scheitern der europäischen Verfassung und für eine blaue Harmonie universeller Werte, für Vergangenheit und Zukunft. Lesen Sie die Anmerkungen zum 70.Geburtstag der Europaflagge
»Dass Gerichte […] meist die Grundrechte gegen eine übergriffige Exekutive verteidigen, ist gut, genügt aber nicht, um verlorenes Vertrauen zurückzugewinnen. Wirkungsvoller und auf Dauer verlässlicher wäre es, es würde sich die einfache wie schmerzhafte Einsicht durchsetzen, dass die Grundrechte unteilbar sind. Dass die Meinungsfreiheit auch für Ansichten gilt, die man selbst für „unerträglich“ hält. Das würde niemanden von Kritik freistellen, aber den demokratischen Streit in ein Ringen um das bessere Argument überführen, das den Konflikt nicht scheut, aber eins nur im absoluten Ausnahmefall kennt: das Verbot.«
Deniz Yücel: Wenn die Exekutive Recht und Moral verwechselt. DIE WELT vom 2. [Mehr lesen…]
Lebensendklang: »Am Ende eines politisch eher begünstigten politischen Lebens fällt mir die trotz allem beschwörende Schlussfolgerung nicht leicht: Die weitere politische Integration wenigstens im Kern der Europäischen Union war für uns noch nie so überlebenswichtig wie heute. Und noch nie so unwahrscheinlich.«
Jürgen Habermas (*1929) in der SZ vom 21. November 2025
Spätoptimismus: »Fatalismus wäre fatal, denn das hieße, einer self-fulfilling prophecy zu verfallen, es also genauso kommen zu lassen, wie man es gerade nicht will. Die Zukunft ist offen, jedenfalls viel offener, als uns die Kulturpessimisten einreden wollen.«
Heinrich-August Winkler (*1938) in der ZEIT vom 20. November 2025
Altersgelassenheit: »Wenn Sie in meinem Alter Zukunftsangst haben…so what. [Mehr lesen…]