Grenzlandgrün       

niederrheinisch - nachhaltig   

Dienstag, 18. Dezember 2018

Über die Transformation vom nationalen Wirtschafts- zum globalen Wohlstandswunder 

Rebecca Türkis

Er hat sozialpsychologische Theorien und Begriffe wie die kognitive Dissonanz, (Festinger) oder die Selbstwirksamkeitserwartung (Bandura) befeuert. Er hat zu Erkenntnissen rund um das Risikoparadox (Ortwin Renn) geführt. Er löst unzählige Kursangebote und Ratgeber darüber aus, wie man sich gesund ernähren, sein Gewicht reduzieren, den Klimawandel aufhalten, Tiere schützen, die globalen Arbeitsbedingungen verbessern, mehr Sport treiben, weniger Alkohol trinken oder das Rauchen einstellen kann. Er erzeugt ein diffuses Unbehagen und die Erkenntnis,  dass es so nicht weiter gehen kann. Doch seine Folgen werden gern wie ein schmutziges Geheimnis weggeschoben. Die Rede ist von unserem in der Zeit des „Wirtschaftswunders“ geprägten Lebensstil. Zwei VHS-Grenzlandgrün-Workshops beschäftigten sich mit der Frage, wie man globale Nachhaltigkeit so in Alltagshandeln umsetzen kann, dass es nicht nur bei guten Vorsätzen bleibt, mit denen nach einer Erkenntnis des irischen Schriftstellers George Bernard Shaw der Weg zur Hölle gepflastert ist. Dass der globale Norden auf einem „ Highway to hell“ unterwegs ist, zeigen die jüngsten  CO2- Statistiken des Global Carbon Projects. Ambitionierte Klimaziele haben nicht verhindern können, dass die Treibhausgas-Menge in der Atmosphäre weiter ansteigt.

Von papiernen Zielen zu neuen Gewohnheiten

Wir wissen es seit Jahrzehnten: Mit einem "Weiter wie bisher" werden wir den sozialen und ökologischen Herausforderungen auf diesem Planeten nicht gerecht. Um allen Menschen ein menschenwürdiges Leben zu ermöglichen, Klima und Umwelt in einem lebenswerten Rahmen zu halten, müssen wir Technik, Wirtschaft und Gesellschaft anders gestalten.  Wir müssen – wie es so schön heißt – nachhaltiger handeln. Wer den Ratgebern zum nachhaltigen Konsum folgt, kann sich verzetteln. Wie ist im Frühsommer die Ökobilanz eines regionalen Apfels, der monatelang im Kühlhaus gelegen hat im Vergleich zum Chilenischen, der per Flugzeug transportiert wurde?  

Der wissenschaftliche Beirat der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen beschrieb 2011 einen Gesellschaftsvertrag für eine große Transformation in einer Welt im Wandel. Im September 2015 verabschiedeten die Staaten dieser Welt einen Katalog von globalen Nachhaltigkeitszielen. Nationen, Regionen und teilweise einzelne Kommunen entwickelten entsprechende Nachhaltigkeitsstrategien zur Umsetzung der so genannten sustainable development goals. Produziert wurde viel Text. So richtig lebendig ist er noch nicht. Die Nachhaltigkeitsgedanken sind da. Die entsprechenden Worte sind vorhanden. Sie zünden aber nicht so richtig. Die Handlungen sind daher lückenhaft. Nur in wenigen Fällen entstehen daraus neue Gewohnheiten oder - wie Michael Kopatz es nennt  - Ökoroutinen.  Bis die neuen Gewohnheiten zu unserem Charakter gehören, der unser Schicksal bestimmt, braucht es noch viele Umstellungen und Anstrengungen.

Weltverbesserer und Weltverbesserinnen, die als Gutmenschen verschrien sind, wollen gut und verantwortungsvoll leben, das Weltökosystem erhalten und Lebensqualität für alle Menschen jetzt  und in der Zukunft gewährleisten. Es geht nicht nur um nachhaltigen Konsum,  Energiesparen und Müll trennen. Wer den Ratgebern zum nachhaltigen Konsum folgt, kann sich verzetteln. Wie ist im Frühsommer die Ökobilanz eines regionalen Apfels, der monatelang im Kühlhaus gelegen hat im Vergleich zum chilenischen, der per Flugzeug transportiert wurde? Was ist mit der Mango, wenn sie von der philippinischen Bio-Fair-Trade-Kooperative stammt? Maren Urner (Pespective daily) schrieb jüngst über Ökorexie, eine noch nicht anerkannte Krankheit, die aus dem Gefühl heraus entsteht, niemals in der Lage zu sein, genug zu tun, um einen umweltfreundlichen Lebensstil zu erreichen. „Es gibt kein richtiges Leben im falschen.“ (Adorno)

Wenn unser ökologischer Fußabdruck enkeltauglich und global gerecht werden soll, müssen wir  unser Leben am Niederrhein so verändern, dass wir im Durchschnitt mit einem Fünftel des heutigen Verbrauchs an Material und Energie auskommen. Das ist "sehr sportlich". Dafür gibt es keinen Masterplan, aber einige Zukunftsbilder. Denn seit über  40 Jahren diskutieren wir über  verschiedene Wenden: Energiewende, Ernährungswende, Verkehrswende. Entstanden sind mögliche Szenarien künftiger Wirklichkeiten. Jetzt kommt es darauf an, sie real zu gestalten und unsere Handlungsspielräume zu nutzen. Grundlegende Fragen tauchen dabei auf. Was bedeutet globale Nachhaltigkeit für mich persönlich? Wer ist wir und was können wir entscheiden? Welche Rolle spielen Politiker, Ingenieure, Wirtschaftsbosse und Künstler für unsere Zukunft? Was ist mit den so genannten Sachzwängen und ideologisch geprägten Glaubenssätzen, die Max Weber mal anschaulich als „stahlhartes Gehäuse der Hörigkeit“ umschrieb?

Global denken – lokal handeln: Welt und Enkel im Blick

Das waren nur einige der Fragen, die die Teilnehmerinnen und Teilnehmer zweier  Workshops der VHS-Grenzlandgrün-Reihe „Neuland Globale Nachhaltigkeit – Transformationen ins Ungewisse“ bewegten. Die Workshops hießen „Zwischen Anspruch und Wirklichkeit - Wie lebe ich globale Nachhaltigkeit?“ und waren konzipiert von der Politikwissenschaftlerin Rebecca Türkis. Sie arbeitet als Coach und widmet sich in Ihrem Düsseldorfer Institut Hirunda- sustainable coaching dem Wandel zu mehr Nachhaltigkeit in Organisationen und privaten Lebensstilen.

Mit  den VHS-Grenzlandgrün-Teilnehmerinnen und –teilnehmern erarbeitet Rebecca Türkis Anregungen für ein Alltagshandeln, das im Hier die Welt im Auge behält und im Jetzt unseren Kindern und Enkeln eine gute Welt mit vielen Zukünften ermöglicht. Es geht um das Agenda Motto: "Global denken – lokal handeln.“  

Und es geht um die eigene Authentizität in Beruf und Alltag, wie die Teilnehmer und Teilnehmerinnen deutlich machen. Sie möchten vor ihren Kindern und Enkeln bestehen oder im Berufsalltag heuchlerisches Greenwashing im Unternehmen auch so benennen dürfen. Sie wollen „Teil der Lösung und nicht Teil des Problems“ sein, „die Sache der Nachhaltigkeit von unten aufwühlen, eine „Skalierbarkeit aus dem Privaten heraus erzeugen“ oder als „Gutmensch auch gut handeln.“ Und viele der versammelten „Gutmenschen und Weltverbesserinnen“ tun bereits einiges. Sie pendeln wenig und arbeiten im Homeoffice, sie wohnen im Ökohaus, haben ihr Hausdach begrünt oder nutzen es für Photovoltaik. Sie kaufen ihre Lebensmittel regional und saisonal ein oder bauen sie selbst an. Sie gehen regelmäßig in den Bioladen und verwerten Lebensmittelreste. Sie fahren mit dem Rad, mit Bus und Bahn und haben zum echten Ökostromanbieter gewechselt. Sie bilden Sprit sparende Fahrgemeinschaften, machen bei dörflichen Sauberkeits- und Aufräumaktionen mit, kaufen Second hand, trennen Müll oder meiden so weit wie möglich Online Shopping, Flugreisen, Plastik und Fleisch. Sie achten auf Langlebigkeit der Produkte, benutzen alte Dinge,  schreiben Leserbriefe, unterstützen Nichtregierungsorganisationen, übernehmen Patenschaften und regen im eigenen Umfeld Diskussionen an. Sie senken die Heiztemperatur und ziehen sich im Winter nach dem Zwiebelprinzip wärmer an.

Schlüsselbegriffe einer nachhaltigen Entwicklung

In Wirtschaftskreisen immer noch beliebt ist das Dreiecksmodell der Nachhaltigkeit. Dessen Ziel: im gesellschaftlichen Handeln stets wirtschaftliche, soziale und ökologische Ziele gleichwertig abzuwägen. Doch alle Diskussionen um Klimawandel und globale Umweltveränderungen machen deutlich: Ohne funktionierende Ökosysteme gibt es kein gesellschaftliches Leben und ohne Gesellschaft gibt es kein Wirtschaftsleben. 

Daher gilt die „starke Nachhaltigkeit“ nicht nur für Rebecca Türkis als  anschaulicheres Modell. Türkis ergänzt es um die horizontale Zeitachse der Generationengerechtigkeit oder Enkeltauglichkeit und um eine vertikale Achse vom sog. globalen Norden zum globalen Süden. Gemeinhin wird diese Achse verbunden mit dem pauschalen Bild der reichen Nordhalbkugel und der armen Südhalbkugel, doch wirtschaftlich expandierende ehemalige Entwicklungsländer oder manche Straßenzüge im Ruhrgebiet zeigen: die geographischen Grenzen zwischen Arm und Reich sind in Bewegung geraten. Die Fragen der globalen Fairness und sozialen Gerechtigkeit stellen sich überall. 

Türkis unterscheidet drei ineinander verschränkte Nachhaltigkeitsstrategien: Effizienz (Wirtschaftlichkeit, Wirksamkeit, rationeller Umgang mit Ressourcen) Suffizienz (rechtes Maß) und Konsistenz (Verträglichkeit, Widerspruchsfreiheit, Vereinbarkeit von Ökologie, Soziales, Ökonomisches und Kulturelles) und verweist auf den Rebound-Effekt. Er beschreibt den Anstieg des Energieverbrauchs aufgrund von Effizienzsteigerungen. Idealtypisch gibt es drei Handlungsebenen für Nachhaltigkeit: die Mikro-, Meso- und Makrobene.

So unscharf der Gummibegriff der Nachhaltigkeit im medialen Diskurs benutzt wird, so vielfältig sind die kritischen Fragen: Ist das Konzept zu gegenwartsbezogen: Woher wissen wir, dass die Ausrichtung auf Nachhaltigkeit im Sinne unserer Enkel und Urenkel ist? Wo bleibt der „Rohstoff Kreativität“? Verdeckt der Begriff die realen Machtkonstellationen im Kapitalismus? Hat das Konzept der nachhaltigen Entwicklung daher den Charakter des kollektiven Selbstbetrugs?

Nachhaltige Randständigkeit, Popkorn und die türkische Bio-Rosine

Dass zum „guten und nachhaltigen Handeln“ Kopf, Herz und  Körper gehören, symbolisiert  Rebecca Türkis mit einem Rosinen-Achtsamkeitstraining. Das Nachdenken über die Rosine im eigenen Mund macht deutlich: es geht beim „Erlebnis Nachhaltigkeit“ nicht nur um Innehalten, Geschmack und Genuss, sondern auch um systemisches Denken, um Komplexität, Interdependenz, um Geschichte und  Wechselwirkungen, um Arbeitsteilung, Weltbilder und Glaubenssätze.  Türkis: „Alles hängt mit allem zusammen, alles was wir tun hat globale Auswirkungen. Die Geschichte der türkischen Bio-Rosinen hat letztendlich auch mit unserem Bild  des Urknalls zu tun.“ Daher sei die Welt voller Alternativen und schon kleine Veränderungen könnten neue Lösungen erzeugen. 

Ob in der Politik, bei Klimamodellen, Epidemien, Innovationen oder der Zubereitung von Popcorn. Es gibt tipping points“ oder Kippunkte, in denen Entwicklungen die Richtung wechseln, stark beschleunigen oder  abrupt abbrechen können. Der Diskurs über disruptive Innovationen ist derzeit in Mode.

Östliche  spirituelle Traditionen, Kampfkünste oder die Permakultur kennen das  Konzept des „peripheren Sehens“. Das erinnert daran, besonders Grenzbereiche und Randzonen eines Systems im Auge zu behalten. Denn Veränderungen und interessante Entwicklungen entstehen meist an den  Rändern. Ähnlich argumentiert Rebecca Türkis für die Durchsetzung nachhaltiger Entwicklungen. „Gesellschaftliche Veränderungen entstehen meist in Nischen  und drei bis fünf Prozent der Bevölkerung reichen für eine kritische Masse. Prinzipien wie Suffizienz, Solidarität, Gemeinwohl und Demokratie bilden dabei die Samen für Veränderungen.“

Mit einem guten Leben nach diesen Prinzipien verbinden die Teilnehmer und Teilnehmerinnen des VHS-Grenzlandgrün-Workshops sinnstiftend zu arbeiten, ökologisch, altersflexibel und integrativ zu wohnen. Sie wünschen sich 100% ökologischen Landbau, Carsharing und ein Verbot überregionaler Transporte für Produkte , die regional verfügbar sind, die Unterstützung für Selbstversorger durch das Konzept „Essbare Stadt“, einen kostenlosen öffentlichen Nahverkehr, einen schnellen Ausstieg aus den fossilen Brennstoffen, haltbare und reparaturfreundliche Produkte oder das Angebot von Dienstleistungen nach dem Motto „Nutzen statt besitzen“, foodsharing, Geräte- und Maschinengenossenschaften. Sie wollen ihren Urlaub künftig regional verbringen und persönliche Dienstleistungen besser wertschätzen, planen Ökoblogs und wollen sich gegenseitig bei den Veränderungen inspirieren und unterstützen. Sie suchen nach CO2-neutralen Energiequellen und dezentralen Energiespeichern oder ortsnahen „Unverpackt-Läden“ und wollen zukünftig ihre Wäsche draußen trocknen oder sich mehr politisch engagieren.

Neuer Wohlstand – neues Glück

Was neoliberale Meinungsmacher oder Marketing-Strategen schon lange nutzen, gilt auch für die Transformation zur globalen Nachhaltigkeit. Change Agents, Pioniere des Wandels, Influencer oder wie auch immer man sie nennen möchte, brauchen keine gesellschaftlichen Mehrheiten, um neue Trends durchzusetzen. Es reicht, wenn wenige im Zusammenspiel von Wissen, Haltung, Fähigkeiten einen Sinn für Möglichkeiten entwickeln und Selbstwirksamkeit erfahren können. Türkis: „Sie dringen nach und nach ins System ein und lassen eine neue ökologisch-solidarische Gesellschaft entstehen.“

Doch die persönlich und gesellschaftlichen Nachhaltigkeitsbremser sind nicht zu unterschätzen. Auf den Wandzeitungen des Workshops finden sich Begriffe wie Werbung, überzogene Hygienevorgaben, Unübersichtlichkeit, Geldmangel, Bequemlichkeit, fehlende Möglichkeiten und Vorbilder, Dogmatismus, mangelnde Fähigkeiten und Unwissen, soziale Zwänge, Vergnügungssucht, Gewohnheiten, Egoismus, Preisorientierung, Zeitmangel, Selbstunterschätzung oder die Hemmung, andere mit Öko zu nerven.

Aber es gibt auch Faktoren für Rückenwind. Hilfreich für nachhaltiges Handeln sind nach Meinung der Teilnehmenden mehr  Mitstreiterinnen, klare Konzepte, frische Ideen und eine gute Organisation,  Hoffnung, Optimismus, Selbstbewusstsein, Stärke, Bescheidenheit, Bodenständigkeit, Durchhaltevermögen und Leidensfähigkeit, Spontanität, eine gewisse Naivität und eine Resistenz gegen äußere Einflüsse. Der Rechtsrahmen sollte unbürokratisch sein, die Lebensmittelkennzeichnung einfach und transparent wie im politischen gescheiterten Ampelsystem.  Das Risiko  zwischen Produzenten und Konsumenten sollte  anders verteilt und die Werbemöglichkeiten eingeschränkt werden. 

Der Gefühlszustand zwischen Anspruch und Wirklichkeit wird eher als unangenehm empfunden. Dissonanz erzeugt innere Spannungen. Sie drängen nach Überwindung. Türkis: „Daher kommt es darauf an, den Kopf zu entmüllen, über global-nachhaltige Entwicklung und das gute Leben zu sprechen, aktiv zu werden und sich mit Gleichgesinnten zu vernetzen, um sich gemeinsam vom Zwang zum Shoppen zu befreien, mehr zu tauschen, zu leihen, zu verschenken und zu reparieren, das Essen auf pflanzlich, regional, saisonal und bio umzustellen, den Direktvertrieb oder die Solidarische Landwirtschaft zu nutzen, in eine nachhaltige Bank und zu einem echten Ökostromanbieter zu wechseln und weniger und intelligenter zu fahren.“ Dr. Immanuel Stieß vom Frankfurter Institut für sozial-ökologische Forschung kann das bestätigen: Bis zu 50% der Treibhausgasemissionen haben mit unserem Verhalten zu tun.  In einer Studie hat er sich mit den Potenzialen für CO2-arme Lebensstile beschäftigt. Wichtige Faktoren sind Essen und Mobilität. Es lohnt sich also, mit einer persönlichen Ernährungs- und Mobilitätswende anzufangen. Hilfreich dabei sind Selbstwirksamkeitserfahrungen, die uns zeigen, dass wir auf Grund eigener Kompetenzen mit Willenskraft und Selbstkontrolle gewünschte Handlungen erfolgreich selbst ausführen können, dass wir damit gezielt Einfluss auf die Dinge der Welt nehmen.

Dazu sollte man die Perspektive wechseln und versuchen, mit einfachen Mitteln auch im schwierigen Umfeld möglichst viel zu erreichen. Das muss nicht mit Verzicht einhergehen. Im Gegenteil: wenn man nicht den Lebensstil der Wirtschaftswunderzeit mit immer mehr Dingen und immer weniger Zeit weiter und trotzig aufbläst und stattdessen auf Qualität, Ruhe,  Naturerlebnisse  und soziale Verbindungen setzt, können neue Glücksgefühle entstehen. 

Am Ende hängt es vom politischen Willen ab. Ohne Politik geht es nicht. Sie setzt den Rahmen, innerhalb dessen einzelne Staaten und Kommunen, einzelne Bürger und Unternehmen oder Finanzakteure ihre Entscheidungen so ausrichten können, dass ein global nachhaltiges Leben und Wirtschaften möglich wird. Europa ist in der Lage aus den ungeheuren Möglichkeiten der Moderne ein nachhaltiges Modell zu entwickeln. Rebecca Türkis fordert Umdenken und Perspektivwechsel. Für ihr Institut hat sie die Schwalbe als Symbol gewählt. Deren Lebensraum ist bedroht und ihr Schicksal steht „für das Zurückdrängen von Gemeinwohl, Glück und Vielfalt in einer Welt, die durch Gier, Profitmaximierung und ressourcenraubenden Konsumismus geprägt ist. Aber genau wie jeder Hausbesitzer schwalbenfreundlich bauen kann, liegt bei jedem von uns, in jeder Organisation, die Möglichkeit, eine Transition einzuleiten. Die Schwalbe wird so zum Symbol nachhaltiger Veränderung.“

Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer. Aber einige Schwalben können dafür sorgen, dass nach dem Sommer das Sylvesterfeuerwerk nicht am Himmel, sondern in den Köpfen niederrheinischer Gutmenschen und Weltverbesserer explodiert.