niederrheinisch - nachhaltig 


Freitag, 5. März 2021
Viersener Vielfaltsgrün: Von Bakterien lernen? 

Eine Partei – zwei Fraktionen. Was die Viersener Grünen planen, könnte ein Leuchtturmprojekt mit Modellcharakter oder ein Rohrkrepierer mit Folgen für die Bundestagswahl werden. Wie hängen der grüne Abschied von kollektiven Identitätszwängen mit persönlichen Gefühlen der Wertschätzung zusammen? Haben die Viersener Grünen von den Bakterien gelernt und ein neues politisches Geschäftsmodell erfunden?  Könnte das zum Vorbild für vielfältige Ratsarbeit werden? Was werden die Jurist*innen und die anderen Ratsmitglieder dazu sagen? Werden sie ihre Geschäftsordnung ändern? Was haben Wolfgang Thierse, das Netzwerk Wissenschaftsfreiheit, der Wahlkreis Minden-Lübbecke oder das grüne Vielfaltsstatut mit der Viersener Spaltung zu tun? Welche Rolle spielen Cancel Culture, Machtfragen oder die „Gesichter von gestern“?  Lesen Sie mehr 

Montag, 25. November 2019

Viersener Kurve: „Sofortiges Handeln erforderlich“ 

Nur wenige Menschen aus der Region kennen die vorwiegend städtischen Grundstücke an der gestrichelten Linie in Viersen-Rahser. Und doch umschreibt eine neue Studie aus Zürich  diese - aus der übergeordneten Verkehrsplanung übernommenen -  Striche im Regionalplan als einen verkehrsplanerischen Konfliktraum Nr. 1 für den europäischen schienengebundenen Güter- und Personenverkehr am Rhein-Alpen-Korridor. Dieser Konfliktraum erfordere nach Ansicht der Raumplaner sofortiges Handeln mit einer Testplanung.  Es geht um das Gelände, das für die so genannte Viersener Kurve vorgesehen ist. Die zu planende Schienenkurve  verbindet die beiden Bahnlinien Düsseldorf/Venlo und Duisburg/Aachen und ermöglicht damit  eine direkte Bahntrasse zwischen dem Ruhrgebiet und der Provinz Limburg. Ohne sie könnten wesentliche Pläne zum Ausbau der Eisenbahnlinien im Grenzland scheitern. Lesen Sie mehr

Dienstag, 11. September 2018

Eiserner Rhein: Wie ein Projekt entgleist 

„Eiserner Rhein“ – Der Begriff steht im Kreis Viersen  für 20 Jahre fruchtlose Debatten, für gescheiterte „Win-Win“-Hoffnungen,  für unzählige - mittlerweile wertlose, aber millionenschwere - Gutachten, für ein Spielen mit Zeit, für den schwierigen Umgang mit langfristigen Zukunftsperspektiven und für eine schwer nachvollziehbare Kirchturmpolitik. Wer kann einem Außenstehenden noch erklären, wie sich Stadt und Kreis Viersen verhalten wollen, wenn das mit dem zweigleisigen Ausbau der Bahnstrecke Dülken-Kaldenkirchen verbundene Projekt Nr. 2-025-V01 des Bundesverkehrswegeplans tatsächlich in die Planfeststellung käme? Das Projekt hat eine europäische Dimension. Es wird von der Arbeitsgruppe Verkehr der Metropolregion Rheinland unterstützt. Deren Vorsitzender ist Andreas Budde, technischer Dezernent des Kreises Viersen. Das Projekt ist mittlerweile ohne Wenn und Aber an eine Viersener Kurve oder an eine „stadtverträglich umfahrende Alternative“ gebunden. Lesen Sie mehr

Samstag, 3. März 2018

„3 RX“ – unrentabel aber machbar 

Sie war für Juni 2017 angekündigt, wurde vor einigen Wochen veröffentlicht und fand bisher wenig Resonanz. Offenbar fallen deren Ergebnisse nicht im Sinne „der Wirtschaft“ aus. Es geht um die 3-RX–Machbarkeitsstudie. Sie bescheinigt dieser dritten Eisernen-Rhein-Variante, dass sie kostengünstiger umgesetzt werden kann als die Wiederbelebung der historischen Strecke oder der Bau des vor 10 Jahren heftig diskutierten und letztendlich vom NRW-Landtag favorisierten Schienenabschnitts entlang der Autobahn A52. Dennoch beziffert die Studie den gesellschaftlichen Nutzen des ganzen Projekts überraschend negativ, auch ohne mögliche Verkehrsauswirkungen der jüngsten US-Handelspolitik, der Klimaschutz- oder der Luftreinhaltungsdebatte oder der Digitalisierung betrachtet zu haben. Lesen Sie mehr

 

Donnerstag, 8. Februar 2018

"Ankermieter": Über eine mögliche Nebenwirkung des Kempener "Burgtheaters

Kommunales Gebäudemanagement ist mehr als simple Kosten-Nutzen-Rechnung. Dies wurde bei der als historisch bezeichneten Kempener Ratssitzung am 6. Februar deutlich. Es ging um zwei Verwaltungschefs und eine Burg. Der eine wollte sie nicht mehr behalten. Der andere wollte sie nicht alleine übernehmen. Und beiden ging es vornehmlich um Aufwand und Ertrag. Doch am Ende siegten Gefühl und Herz und der Wille, mit Mut und neuen Ideen die Kempener Burg aus ihrem Dornröschenschlaf wach zu küssen. Lesen Sie mehr


Samstag, 28. Oktober 2017

Viersener Kurve: Staatssekretär stellt klar  

Eine Verbindungskurve im Raum Viersen gehöre zur Wirtschaftlichkeit des Ausbaus der Schienenstrecke von der Deutsch-Niederländischen Grenze über Kaldenkirchen und Viersen bis nach Rheydt-Odenkirchen. Dies stellte Enak Ferlemann, Parlamentarischer Staatsekretär im Berliner Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur,  jetzt gegenüber „Grenzlandgrün“  klar. Seine Pressemitteilung zur Höherstufung des Bundesverkehrswegeplan-Projekts Nr. 2-025-V01 hatte im Kreis Viersen zu Verwirrung  geführt. Denn schon vor einem Jahr behauptete die Westdeutsche Zeitung, die Viersener Kurve sei nicht Voraussetzung für den zweigleisigen Ausbau der Bahnstrecke Dülken-Kaldenkirchen. Lesen Sie mehr

Donnerstag, 19. Oktober 2017 

Auf dem Weg zum „Eisernen Rhein 3.0“?

„Eiserner Rhein“ – Die umstrittene Wiederbelebung der Schienenverbindung zwischen  Antwerpen und Rheydt wurde wegen der  festgefahrenen Debatte über die richtige Trasse schon mehrfach für tot erklärt. Doch die Europäische Kommission und  die „Wirtschaft“ – vor allem die Stahl- und Chemieindustrie hielten das Projekt am Leben. In den letzten Monaten zeichnen sich Konturen einer dritten Version  für den belgischen Hafenhinterlandverkehr ab. Deren Grundprinzipien „De Meinweg umkurven“  und  „Personen- und Güterverkehr kombinieren“  wurden bereits vor über einem Jahrzehnt im Rahmen der  Diskussion um die „A52-Variante“ erörtert. Was damals wenig Gehör fand, hat nun -  offenbar  dank der Machbarkeitsstudie „3 RX“ und einiger deutsch-niederländischer „Deals“ -  dazu beigetragen, dass das Bundesverkehrsministerium im Bundesverkehrswegeplan 2030  den Ausbau der Schienenstrecke von Kaldenkirchen über  Dülken bis nach Rheydt-Odenkirchen vom potenziellen in den vordringlichen Bedarf aufgestuft hat. Damit ist die rechtliche Voraussetzung geschaffen, um in konkrete Planungen  einzusteigen. Lesen Sie mehr


Dienstag, 23. August 2016

"Jenseits der Beklommenheit" – Gesellschaftlicher Sprengstoff aus Kempen 

Die gesellschaftliche Anspannung nimmt zu. Krise - eigentlich die Ausnahme – ist zum Dauerzustand geworden. Selbst im diesjährigen „Sommerloch“ riss die Kette von Horrormeldungen und Katastrophenbildern nicht ab. Terroranschläge erschütterten München, Würzburg und Ansbach. Grund genug, den Kempener Politologen und Pädagogen Professor Dr. Klaus-Peter Hufer zu einem RP- Sommerinterview zu bitten. Doch der Experte für Erwachsenenbildung fühlt sich selbst zunehmend beklommen. Seine Antworten auf die immer komplexeren Fragen rund um die gesellschaftliche Zukunft erscheinen auf den ersten Blick erstaunlich simpel,  könnten aber auch neue Ressentiments hervorrufen. Lesen Sie mehr


Freitag, 20. Mai 2016

"Unsere erfolgreichen Baugebiete” – Über das Siedeln im Grenzland  

Martin Breidenbach

Manchmal ist es der Wunsch anders zu leben und zu wohnen, der junge und alte Menschen dazu treibt, sich mit Architektur zu beschäftigen. Das,  was die Jungen in den meisten Neubauvierteln des Grenzlands wahrnehmen, mag zwar schön aussehen, standardisiert aber junge Lebensvisionen: Vater, Mutter, zwei Kinder, zwei Autos, ein Haustier. Auf die Fragen, wohin mit einem pflegebedürftigen Großelternteil oder wo man zusammen mit Freunden und deren Kindern wohnen oder wie man Arbeit und Wohnen zusammenbringen könnte, bieten die Neubauviertel des Grenzlands selten eine passende Antwort. Die Baby-Boomer werden alt.. Lesen Sie mehr


Mittwoch, 18. November 2015

Elmau - New York - Willich: Chancen für kommunale Neuorientierungen?

Global vorzubeugen sei besser als lokal zu heilen, so heißt es angesichts der durch Flüchtlinge offenbar werdenden kommunalen Handlungsgrenzen. Um krisenfest zu werden, bräuchten   die Kommunen eine global orientierte Nachhaltigkeitsstrategie für ihre soziale, ökologische und ökonomische Entwicklung. Eine Strategie, die sich von unrealistischen Erwartungen und kurzfristigem Denken verabschiedet, eine Strategie, der faire Beschaffung und Naturschutz wichtiger sind als Kunstrasen und Neubaugebiete für Einfamilienhäuser.  Die Beschlüsse, die dazu 2015 weltweit und regional zu Papier gebracht wurden, gehen vielen noch längst nicht weit genug. Aber sie bieten Chancen für eine kommunale Neuorientierung.

Denn wenn das, was jetzt auf dem Papier steht, reale Politik wird, dann hätte es 2015 in sich gehabt: Die G7 – Staaten  versprachen im Juni auf Schloss Elmau die Dekarbonisierung der Weltwirtschaft. Sie wollen im Laufe dieses Jahrhunderts die Verbrennung von Kohle, Gas und Öl beenden und den armen Ländern Geld für den Umbau geben. Doch schon kurz nach dem aufmunternden Brief der Umweltverbände traf “Elmau” auf die politische Wirklichkeit. Sie machte aus der geplanten Klimaschutzabgabe für den Stromsektor eine rechtlich umstrittene  Braunkohlereserve auf Kosten der Stromzahler*innen. Bleibt zu hoffen, dass “Europa” korrigierend zugunsten einer kohärenten Energiepolitik eingreift…. 

Bei aller Kritik: Die Vereinten Nationen verabschiedeten im September mit den neuen Nachhaltigkeitszielen ihr bisher bestes Konzept zur Krisenvorsorge, das alle Staaten und alle politische Ebenen in die - moralische - Pflicht nimmt. 

Auch die Kommunen des Grenzlands sind angesprochen. Die LAG 21 bietet ihnen jetzt im Rahmen des Projekts “Global nachhaltige Kommune” kostenfreie Begleitung und Beratung bei der partizipativen Entwicklung einer kommunalen Nachhaltigkeitsstrategie. Aus dem Kreis Viersen will sich die Stadt Willich  - nach einem politischen Beschluss  -beteiligen. Weitere Kommunen können noch bis zum 4. Dezember eine Absichtserklärung abgeben. Denn “Elmau” und die “weltweite Agenda 2030” bleiben kommunale Herausforderung - gerade am Braunkohlenrevier im dicht besiedelten und industriell geprägten NRW. 

Samstag, 16. Mai 2015

Was bleibt von der kommunalen Demokratie im Kreis Viersen?

Warum soll man im Kreis Viersen eigentlich noch die SPD wählen? Waren schon in der Vergangenheit relevante Unterschiede zwischen den beiden großen Parteien kaum auszumachen, verzichtet jetzt die SPD mit einem ebenso einmaligen wie aussagearmen CDU/SPD - Papier auf ein eigenständiges politisches Angebot. Politische Diskussionen und Debatten wird diese “Agenda 2020” aber wohl nicht hervorrufen. Die gewünschten Verkehrsanbindungen werden seit Jahren im überparteilichen Konsens für den Kreis Viersen gefordert und wer sollte etwas gegen eine aktive Begleitung der Landes- und Regionalplanung, gegen die Förderung der Inklusion, gegen die Weiterentwicklung des Kultur- und Bildungsangebots, gegen eine leistungsfähige Gesundheitsversorgung oder gar gegen die Anpassung an geänderte Rahmenbedingungen einwenden?  

Politisch interessanter ist wohl das, was nicht in dem Papier steht: Wohin soll denn die Reise mit den Kultur- und Bildungseinrichtungen gehen? Wie halten es SPD und CDU mit der wachsenden sozialen Ungleichheit im Kreis Viersen? Wer bemüht sich zukünftig um die Armen und Ausgegrenzten? Wie soll das einmalige Natur- und Landschaftspotenzial des Kreises Viersen in den nächsten fünf Jahren weiterentwickelt werden? Wie können kommunale Planungen transparenter gestaltet werden? Was wird der Kreis zum Klimaschutz und zur Klimaanpassung tun? Wie wird der Masterplan umgesetzt? Welche Posten hat die CDU der SPD für den Fall einer erfolgreichen Landratswahl versprochen? Wie repräsentativ ist eine kommunale Demokratie, in der abweichende Meinungen nur noch außerhalb der gewählten politischen Vertretungen vorgetragen werden? Wo bleibt die politische Legitimation, wenn immer weniger Menschen von ihrem Recht Gebrauch machen frei und geheim zu wählen, weil sie nicht mehr aus unterschiedlichen politischen Programmen aussuchen können?   

Die kleinen Parteien sollten die inhaltlichen Chancen nutzen, die ihnen das CDU/SPD-Papier eröffnet. Sie können jetzt die politischen Diskussionen und Debatten in die gewählten Gremien tragen, die die “beiden Großen” im Kreis Viersen offenbar vermeiden möchten. Die FDP und die Linken sind dabei mit der Nominierung eigener Landratskandidaten auf gutem Weg. Die grüne Kreistagsfraktion verfügt mit den politischen Urgesteinen Marianne Lipp, Jürgen Heinen und Fred Heyer gleich über drei potenzielle Landratskandidaten, die alle schon im Kreis Viersen in politischer Führungsposition aktiv waren als der CDU/SPD – Kandidat noch die Viersener Schulbänke drückte. 

CDU/SPD Kreis Viersen
Kernthemen 2014 - 2020

 

Samstag, 1. November 2014

"Landluft macht frei" -  Schweinemast an der Nette und die europäische Agrarwende

Im Viersener Kreistag brachte der Landwirt und CDU-Kreistagsabgeordnete Peter Joppen das Dilemma auf den Punkt: „Es gibt für die Landwirte einen Zwang zur betrieblichen Entwicklung und wir sollten dies politisch unterstützen. Wenn wir uns nicht weiterentwickeln, gibt’s gar keine Entwicklung.“ Lesen Sie mehr

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